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Thema des Wettbewerbs

WAR WAS? Heimat im Ruhrgebiet – Erinnerungsorte und Gedächtnisräume lautete das Thema des 6. Geschichtswettbewerbs. Es war bewusst offen gehalten, um herauszufinden, wie Menschen unterschiedlicher Herkünfte und Generationen das Ruhrgebiet als Heimat erinnern, erleben und entwerfen.

 

Heimat heftet sich an Zeit, Raum und Gesellschaft. Eine große Rolle spielen Orte und Ereignisse, die mit persönlichen Erinnerungen und Traditionen von Gemeinschaften aufgeladen sind. Das Ruhrgebiet ist ein vitaler Gedächtnisraum, der sich zwischen vielen Kulturen, Milieus und Sprachen aufgespannt. Die Beschäftigung mit dem Gewordensein des Lebensumfeldes trägt zu Orientierung, Geschichtsbewusstsein und Heimatgefühl bei.

 

Das Ruhrgebiet gibt es, weil zwischen 1860 und 1930 rund vier Millionen Menschen in eine ziemlich unbedeutende Agrarregion zogen, um Arbeit in der wachsenden Montan-Industrie zu finden. Menschen kamen, weil sie verfolgt, vertrieben wurden und fliehen mussten. Sie wollten der Armut oder Enge in ihren Herkunftsländern entgehen. Andere kamen der großen Liebe wegen oder weil sie als Hochqualifizierte angeworben wurden. Wie, wo und warum konnten all diese „Zugezogenen“ hier eine Heimat finden?

 

 

 

Es gibt schöne Orte im Ruhrgebiet und Orte, die man wegen ihrer offensichtlichen Hässlichkeit schön finden kann – weil sie eine Atmosphäre umgibt und weil sie etwas Unverwechselbares darstellen. Welche real oder vermeintlich hässlichen Orte sind zur „wahren“ Heimat geworden? Und warum? Liegt es an ihrer Gestalt, an speziellen Farben, Gerüchen oder Geräuschen? Welche Erinnerungen setzen sie frei?  Wie ermöglicht das reichhaltige Erbe an Landschaft, Architektur und Industriekultur mit seinen Bildsetzungen Heimat?

 

150 Jahre Schwerindustrie haben Menschen wie Natur ausgebeutet. Initiativen kämpf(t)en angesichts kapitalistischer Verwertungsinteressen und risikoreicher Technologien gegen die Verschmutzung ihrer Umwelt und für die Gestaltung einer lebenswerten Heimat. Wie heimisch muss man sich fühlen, um sich gegen Politik und Unternehmen, gegen Städtebau und Landschaftsplanung aufzulehnen? Und wie konnten Widerstand und Protest zu einer eigenen Form von Heimat werden?

Auf den schwerindustriellen Brachflächen breitet sich heute eine einmalige Flora und Fauna aus, die im Gefolge globaler Rohstoffströme einwandert. Diese Pflanzen wurden hier „heimisch“ und verweisen auf das dynamische Potential des Heimatbegriffs. Zu welchen Ergebnissen kommt eine Naturgeschichte des Ruhrgebiets? 

 

Dass hier malocht und nicht gearbeitet wurde, darauf legt man im Ruhrgebiet auch heute noch Wert. Wie und wo stifteten Arbeit, Arbeitsgerät, Arbeitsplatz – und der Kampf gegen den Verlust von Arbeitsplätzen Heimat? 

„Wer feste arbeitet, der soll auch feste feiern“, ist eine gern befolgte Lebensweisheit. Wie schufen Feste und Feiern in der Familie, im Verein, in der Gemeinschaft oder in der Stadt Zugehörigkeiten? Welche Lieder und Gesänge, welche Sprachwendungen lassen ein Heimatgefühl entstehen? Und wann wurden Festivitäten, Symbole und Traditionen eingeführt, um die Bindung der Bevölkerung zu fördern? 

 

Das Ruhrgebiet ist voll vernetzt – untertage und übertage. Die Straße, der Bahnhof, der Kanal, der Stau können auf vielfältige Art und Weise Heimat bilden. Über Schienen und Straßen wurden Menschen jedoch auch entwurzelt und z. B. zur Zwangsarbeit ins Ruhrgebiet hinein, zur Vernichtung aus dem Ruhrgebiet hinaus getrieben. Wie kommen jene, denen man Heimat verwehrt(e), in den Blick?

 
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Mögliche Themen

Eingereicht werden konnten Arbeiten, die sich mit Aspekten der wechselvollen Geschichte des Ruhrgebiets beschäftigen. 

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Geschichte des Wettbewerbs

Die Geschichts- wettbewerbe im Ruhrgebiet — sie haben inzwischen schon Tradition. >> mehr

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Exkursionen und Veranstaltungen boten Gelegenheit, miteinander ins Gespräch zu kommen und neue Aspekte der Geschichte kennen zu lernen. >> mehr