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Nach "Historama" 1999 der erfolgreichste Geschichtswettbewerb!

Am 9. Mai 2014 tagte auf dem Welterbe Zollverein die Hauptjury des 6. Geschichtswettbewerbs WAR WAS? Heimat im Ruhrgebiet. Erinnerungsorte und Gedächtnisräume. Damit wurde ein umfangreicher und mehrteilger Jurierungsprozess zum Abschluss gebracht. Das Ruhrgebiet ist Heimat einer vielfältigen Geschichtskultur. Der Wettbewerb ist mit 326 Einsendungen nach dem „Historama“-Wettbewerb zum Abschluss der Internationalen Bauausstellung 1999 der erfolgreichste in der über 20-jährigen Geschichte der Ruhrgebietswettbewerbe.

Die Preisverleihung wird am Freitag, den 27. Juni 2014, ab 18.00 Uhr im Hans-Sachs-Haus in Gesenkirchen stattfinden. Die Teilnehmer erhalten demnächst eine Einladung.


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"Es explodierten nicht alle abgeworfenen Bomben. Durch den Aufschlag der Bomben entstanden oft Einschläge im Erdreich, ohne dass sie explodierten. Die Gefahr war noch nicht gebannt, die Bomben mussten entschärft werden. Diese lebensgefährliche Aufgabe fiel den Fremdarbeitern und Kriegsgefangenen zu. Für die Entschärfung einer Bombe wurde ihnen die Entlassung in die Heimat versprochen. (...) Wir Kinder sahen zwei Fremdarbeiter mit Schaufeln ans Werk gehen, wurden aber von den Erwachsenen weggeschickt. Kurz danach war eine laute Explosion zu hören. Sofort liefen wir Kinder zum Ort des Geschehens zurück. Leichenteile der verzweifelt mutigen Kriegsgefangenen lagen verstreut auf der Wiese und hingen in den Bäumen. Die sterblichen Überreste der vom Krieg Geschundenen wurden eingesammelt, in Papiersäcke verpackt, und, so ist zu hoffen, in ihre Heimat geschickt."


Aus dem Wettbewerbsbeitrag von Norbert F.

 

 


Geschichte in der Öffentlichkeit

Am Samstag, den 16. November 2013 hat sich der Geschichtswettbewerb WAR WAS? Heimat im Ruhrgebiet mit der Frage beschäftigt, wie man geschichts- und geschichtengesättigte Orte in der regionalen Geschichtskultur verankern kann.

Anlass bot die Enthüllung einer Gedenktafel durch den Bochumer Verein "Bewahren durch Beleben", mit der er kontinuierlich und permanent an die Zwangsarbeiter und -arbeiterinnen auf der Zeche Lothringen erinnern will. Zuvor hatten wir uns durch eine historische Theaterführung das Leben und Leiden der BewohnerInnen auf dem Gelände angeeignet. Im alten Maschinenhaus vertiefte Ria Billmann vom Verein "Bewahren durch Beleben" anschließend noch einmal die Methode der historischen Theaterführung. Katharina Hülscher, Heike Kollakowski und Christina Steuer von GUIDYON stellten uns heutige, QR- und Smartphone-gesteuerte Erinnerungsformen vor. All diejenigen, die mit jungen Menschen Erinnerungs- und Geschichtsarbeit leisten, befürworteten vehement diese neuen Zugangsweisen, doch bei älteren Geschichtsinteressierten blieb Skepsis. Mehr dazu auf unserer Fotostrecke.


Interkulturelle Erinnerungsorte

Von unserem letzten Workshop zu "Interkulturellen Erinnerungsorten" sind Fotos eingestellt. Zu finden in unserer Fotogalerie


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"... Die Wurzel der Geschichte aber ist der arbeitende, schaffende, die Gegebenheiten umbildende und überholende Mensch. Hat er sich erfaßt und das Seine ohne Entäußerung und Entfremdung in realer Demokratie begründet, so entsteht in der Welt etwas, das allen in die Kindheit scheint und worin noch niemand war: Heimat."


Ernst Bloch, Das Prinzip Hoffnung, 1959


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"Insbes. klagte Herr R. über häufig wiederkehrende Heimwehanfälle nach dem Ruhrgebiet. Es würde, so R., von ihm als emotionale Heimat wahrgenommen, die ihm durch berufliche Entscheidungen und private Ambitionen nach ‚echtem Großstadtleben’ (R.) verloren gegangen sei.

 

Auf unsere Empfehlung hin unternahm Herr R. am Mittwoch, 3. März 2010, einen Ausflug nach Berlin-Moabit: zur dortigen Bochumer Straße, Essener Straße, Dortmunder Straße. Ziel der Maßnahme: seine Heimatgefühle in diesen nach Revierstädten benannten Straßen auszulösen, ihnen so zu begegnen bzw. ggf. eine neue perspektive auf das Ruhrgebiet zu gewinnen.“

 

Christoph Ribbat, Therapeutische Reisenotizen (Moabit), in: Ruhrgebietsbuch, hg. V. Markus Weckesser und Jörg Sundermeier, Berlin 2011, S. 37-44, hier S. 37.




Auftakt

Kleingartenanlage Heimaterde in Duisburg-Wanheimerort - einen sinnstiftenderen Ort kann es für eine Auftaktveranstaltung zum Geschichtswettbewerb "Heimat im Ruhrgebiet" nicht geben! Brasilianische Musik von den Barulheiros und volkskundliche Reflexionen von Fritz Eckenga rundeten den Nachmittag inmitten von Blütenpracht und Wurzelgemüse ab.
Einen kleinen Eindruck erhalten Sie hier.


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Für all diejenigen, die sich mit dem Begriff „Heimat“ und seiner Geschichte näher beschäftigen mögen, sei das bereits 2007 von Gunther Gebhard, Oliver Geisler und Steffen Schröter herausgegebene Aufsatzband Heimat. Konturen und Konjunkturen eines umstrittenen Konzepts empfohlen. Der Band versammelt Studien aus Literatur-, Film- und Geschichtswissenschaft, die vor allem der Frage nachgehen, wo, wann und wie Heimat thematisiert und konzeptualisiert wurde und wird.

"Heimat bedeutet für verschiedene Leute Verschiedenes.“ (Alfred Schütz, Der Heimkehrer, 1945)


Heimatabende & Heimatmuseum

Der WDR beschäftigt sich in den nächsten Wochen mit dem Thema Heimat in 10 Städten NRW´s, darunter in Bochum, Duisburg, Dortmund, Essen und Gelsenkirchen. Infos hier

Was ist Heimat im Museum? Die Bundesakademie für kulturelle Bildung geht in einem Kolloquium der Frage nach, ob und wie sich die alte Form des Heimatmuseums und die Wege der Neuen Museologie kreuzen können. Infos hier

 
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