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Geschlechterdimensionen in Erinnerungsorten und Gedächtnisräumen

Die Veranstaltung entfällt.

Zusammen mit dem Stadtarchiv Hamm

Hamm – Ehrenfriedhof Bockum-Hövel, Kolonie Radbod und Zeche Radbod.

 

Die Teilnahme an dieser Veranstaltung ist gebührenfrei.


350 Tote auf der Zeche Radbod in Hamm! Was bedeutete dieses Grubenunglück am 16. November 1908 konkret für die Hinterbliebenen, für Frauen und Kinder, die nun ohne Ernährer da standen? Die Hammer Stadtarchivarin Ute Knopp war vor einigen Jahren die Erste, die diese Frage stellte. Weder für Radbod noch für andere Bergwerksunglücke im Ruhrgebiet war dies bis dahin aufgearbeitet worden. Begonnen als Spurensuche nach den hinterbliebenen Frauen und Kindern, entwickelten sich Ute Knopps Forschungen zu einer höchst vielschichtigen Rekonstruktion von sozialen Konflikten in einer aufstrebenden Bergbaustadt zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Die von ihr aufgeworfenen und beantworteten Fragen weisen weit über die konkrete Situation in Hamm hinaus. Das Denkmal für die verunglückten Bergleute auf dem Ehrenfriedhof in Bockum-Hövel hält die Erinnerung an das Unglück noch im heutigen Stadtbewusstsein wach. Es bietet sich als Erinnerungsort an, der allerdings mit der von Ute Knopp skizzierten Geschichte nur wenig gemein hat.

Der Workshop richtet sich an Geschichtsaktive aus Geschichtsinitiativen, Heimatvereinen, Frauenbildungsgruppen, Archiven, Museen, Universitäten und Schulen. Er beginnt am Ehrenmal auf dem Friedhof Bockum-Hövel und mit einem Rundgang durch die alte Kolonie bis zur ehemaligen Zeche Radbod, um auch die räumlichen und atmosphärischen Dimensionen des Alltagslebens um 1900 zu erfahren. Im Kulturrevier der Zeche Radbod folgt dann nach einer kurzen Pause mit leiblicher Stärkung der Hauptvortrag von Ute Knopp.

 

Zu sehen sein wird dabei auch eine filmgeschichtliche Rarität: der Film „Die Beerdigung der Opfer des Grubenunglücks auf der Zeche Radbod i.W. den 16. Nov. 1908“. Der Film zeigt sechs Minuten lang Szenen von der Massenbeerdigung jener 36 Bergleute, die am Tag des Unglücks geborgen werden konnten. Er ist das zweitälteste bekannte Filmdokument zum Ruhrgebiet.


Im Anschluss ist Gelegenheit zur Diskussion und zum Austausch. Wie können frauen- und geschlechtergeschichtliche Erkenntnisse wie die aus Hamm auch andere Erinnerungsorte und Gedächtnisräume perspektivieren?


Treffpunkt: Ausgangspunkt ist das Hauptportal des Hammer Hauptbahnhofs


Ablauf

13.30 Uhr: 
Haupteingang Hauptbahnhof Hamm – Bus-Shuttle zum Ehrenfriedhof Bockum-Hövel

14.00 Uhr: 
Ehrenmal Bockum-Hövel, Besichtigung und Führung, Rundgang durch die Kolonie

15.00 Uhr: 
Erfrischungen und Snacks im Kulturrevier, Zeche Radbod

15.30 Uhr:
Begrüßung und Einführung durch Uta C. Schmidt / Forum Geschichtskultur an Ruhr und Emscher

15.45 Uhr: 
Vortrag von Ute Knopp, Stadtarchiv Hamm

16.30 Uhr: 
Diskussion und Austausch

17.00 Uhr:  
Ende der Veranstaltung, Bus-Shuttle zurück zum Hauptbahnhof Hamm


Bitte denken Sie an festes Schuhwerk und ggf. Regenkleidung für den Rundgang. Für Snacks und Getränke ist gesorgt!

 

Eine kurze Einführung in das Thema finden Sie auf der Forschungsplattform www.frauenruhrgeschichte.de.

 

Anmeldung und weitere
Information unter:           info@warwas-ruhr.de
Anmeldeschluss:             15. September 2013
Moderation:                     Dr. Uta C. Schmidt

 
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